Keuchhusten (Pertussis) ist eine schwere Infektionskrankheit, die die Atemwege befällt und immer noch weit verbreitet ist, nicht nur unter Kindern: bei etwa jedem fünften Jugendlichen oder Erwachsenen, der länger als zwei Wochen hustet, ist eine Keuchhustenerkrankung als Ursache anzunehmen. Weltweit sterben noch immer etwa 300.000 Menschen an Keuchhusten, vorwiegend Kinder.

Eine Keuchhustenerkrankung verläuft in drei typischen Stadien:
Zunächst kommt es nach einer Inkubationszeit von 7-28 Tagen zu uncharakteristischem Husten und Schnupfen über ca. zwei Wochen.  In der dritten Krankheitswoche tritt dann der typische, anfallsartige Husten auf: das Gesicht des Patienten läuft hochrot an, die Hustenattacken sind schwer und quälend und von einem juchzenden Geräusch bei der Einatmung begleitet, häufig auch mit anschließendem Erbrechen. Pro Tag kann es zu bis zu 40 Hustenanfällen kommen.  Diese Phase kann zwei bis 12 Wochen andauern und den Patienten sehr schwächen. Danach klingen die Symptome über Wochen und Monate ab, körperliche Belastung oder Infekte können aber noch bis zu zwei Jahre lang Hustenanfälle bewirken.

Der auslösende Erreger ist das Bakterium Bordetella pertussis, eine Behandlung mit Antibiotika ist aber in der Regel nur zu Beginn der Krankheit erfolgreich, bevor die charakteristischen Krankheitsanzeichen erkennbar sind.

Keuchhusten kann durch verschiedene Komplikationen begleitet werden, z.B. Lungenentzündung, Mittelohrentzündung, Gehirnschädigungen. Besonders gefährlich ist eine Erkrankung für Neugeborene und junge Säuglinge: bei Ihnen können plötzliche Atemstillstände auftreten, auch ohne vorherige charakteristische Symptome.

Um Neugeborene wirksam vor einer Keuchhusteninfektion zu schützen, empfiehlt die ständige Impfkommission, dass bereits vor der Geburt alle Kontaktpersonen ihren Impfstatus überprüfen und sich ggf. impfen lassen sollten, Frauen am besten bereits vor einer geplanten Schwangerschaft. Säuglinge werden im Rahmen der Sechsfachimpfung zur Grundimmunisierung erst ab der U4 im dritten bis vierten Lebensmonat selbst gegen Keuchhusten geimpft. Sowohl Impfung als auch durchgemachte Erkrankung schützen für etwa zehn Jahre vor einer (erneuten) Ansteckung.